Patrik Spiesecke // Fotografie & Blog

Adobe Photoshop CC – Focus stacking

Fangen wir doch mal ganz von vorne an. Wobei geht es denn beim focus sacking überhaupt? Ziel ist es mehrere Schärfeebenen zu einem Bild zu vereinen. Ähnlich wie bei der HDR Fotografie aus mehreren Belichtungsreihen ein Bild zu schaffen. Gerade in der Makrofotografie ist die Tiefenschärfe selbst bei geschlossenen Blenden meist recht klein. Somit wird ein Objekt selten komplett scharf abgebildet. Um nun gerade dieses Problem zu umgehen gibt es focus stacking.

Damit ihr überhaupt mit diesem Tutorial beginnen könnt, gibt es mehrere Voraussetzungen die erfüllt sein sollten. Das wichtigste ist das Ausgangsmaterial, stimmt dieses schon nicht, werdet ihr es schwer haben ein gutes Ergebnis zu erzielen. Selbst Photoshop ist kein Zauberkünstler. Also habe ich hier mal zusammengefasst, wie ich Schritt für Schritt vorgehe, um eine richtig scharfe Makroaufnahme zu erstellen.

plüschmonster 01_kl

Die Motivwahl

Zunächst müsst ihr euch auf die Suche nach dem richtigen Motiv machen. Wollt ihr z.B. Insekten fotografieren, solltet ihr euch recht früh auf die Beine machen, denn dann sind die lieben Kleinen noch recht träge. Ich bin schon bis zu zwei Stunden über die Wiese gekrochen, um ein passendes Model zu finden. Also früh aufstehen und Zeit mitbringen. Wo wir nun auch schon beim zweiten Punkt bei der Motivwahl wären. Focus stacking funktioniert nur mit Motiven/Objekten die sich kaum bis gar nicht bewegen (mit den Fühlern wackeln kann erlaubt sein). Also alles was schnell unterwegs ist, streicht schon mal von eurer Liste.

Ausrüstung

Um gutes Ausgangsmaterial zu erhalten benötigt ihr im Minimum ein gutes Makroobjektiv und ein stabiles Stativ, ohne dem geht gar nichts. Desweiteren nutze ich persönlich immer einen Einstellschlitten von Novoflex um den Fokus noch präziser legen zu können. Mit dem Einstellschlitten habt ihr so die Möglichkeit den Fokus im Millimeterbereich zu verschieben, dies gestaltet sich mit dem Fokusring am Objektiv, gerade bei sehr kleinen Objekt, meist als sehr schwierig.

Adobe_Photoshop_CC_focus_stacking_01

Die Aufnahme

Da es mal wieder spät in der Nacht ist und es eh noch früh im Jahr ist, habe ich mich für unsere kleine Hausschnecke als Motiv entschieden. Sie hält still und hat die optimale Form um euch das Prinzip am besten zu zeigen. Selbstverständlich könnt ihr dieses Prinzip auf alle Objekte anwenden. Die Aufnahmen selber habe ich jetzt mit meinem Canon 50mm f/1.8 gemacht, da ich euch durch die große Offenblende den Effekt am besten zeigen und erklären kann.

Wichtig! Versichert euch das das Stativ fest aufgebaut ist und schaltet den IS aus! Natürlich sollte der Fokus auf Manuel stehen. Wenn ihr einen Fernauslöser besitzt, sollte ihr diesen zur Hilfe nehmen.

Für das Tutorial habe ich fünf Aufnahmen gemacht. Wie ihr gut sehen könnt, ist auf keiner der Aufnahmen die Schnecke vollständig scharf! Klar könnte man mit einer kleineren Blende fotografieren aber meist fehlt einem das Licht dazu und man macht starke Einbußen beim Bokeh.

Achtet bei der Aufnahme der einzelnen Bereiche auch besonders darauf, keinen Bereiche zwischen drin auszulassen, da ihr sonst unscharfe Stellen im Motiv bekommt.

Damit ihr gleich loslegen könnt, habe ich euch die Beispielbilder von mir mal zum Download bereitgestellt:

Beispielbilder herunterladen

Adobe_Photoshop_CC_focus_stacking_03

Adobe_Photoshop_CC_focus_stacking_04

Adobe_Photoshop_CC_focus_stacking_05

Adobe_Photoshop_CC_focus_stacking_06

Adobe_Photoshop_CC_focus_stacking_02

Nachbearbeitung – Das Focus stacking

Anmerkung/Ergänzung: Jeder der lieber ein Video schaut, kann ans Ende des Artikels scrollen, dort habe ich nachträglich ein Video angehangen.

Da ihr nun über gutes Ausgangsmaterial verfügt, könnt ihr mit der Bearbeitung in Photoshop beginnen. Öffnet hierzu über den Menüpunkt „Datei > Automatisieren > Photomerge“ folgendes Dialogfenster. Dort öffnet ihr nun eure Bilderserie und achtet darauf das alle Einstellungen, wie auf dem Screenshot zusehen, vorgenommen sind.

Adobe_Photoshop_CC_focus_stacking_07

Photoshop legt nun alle Einzelbilder exakt übereinander. Daher ist es auch nicht so schlimm, wenn euer Motiv sich ETWAS bewegt hat. Hat Photoshop die Bilder ausgerichtet und auf einzelne Ebenen gelegt, müsst ihr diese noch überblenden, sodass nur die scharfen Bereiche übrigen bleiben. Zum Glück müsst ihr dies nicht per Hand machen, sondern ihr könnte die Funktion unter: „Bearbeiten > Ebenen automatisch überblenden“ verwenden. Markiert aber vorher alle Ebenen in der Ebenenauswahl. Im Dialogfeld nehmt ihr dann folgende Einstellungen vor:

Adobe_Photoshop_CC_focus_stacking_08

Adobe_Photoshop_CC_focus_stacking_09

Nun hat Photoshop automatisch die Ebenen maskiert und nur die scharfen Bereiche freigestellt. Damit ihr nun euer Werk bearbeiten könnt, solltet ihr noch mit STRG+E alle Ebenen zusammenfassen. Evtl. müsste ihr das Bild auch noch etwas beschneiden, da durch die automatische Ausrichtung ein kleiner Rand entstehen kann. Wie bei mir auf dem Screenshot zusehen.

Nun bearbeitet ihr euer Foto wie gehabt!

Adobe_Photoshop_CC_focus_stacking_10

Ich finde Focus stacking in vielen Bereichen sehr nützlich. Zum Beispiel setze ich die Technik auch bei Nachtaufnahmen ein, um erst auf ein Objekt zu fokussieren und dann auf den Sternenhimmel. Somit erhalte ich ein viel klareres Bild. Wenn ihr auch noch Anwendungsbeispiele kennt, würde ich mich über ein Kommentar freuen!

Für alle die lieber eine Video schauen, habe ich es hier noch mal als Videotutorial erstellt – Viel Spaß beim schauen!

Ich hoffe das Tutorial war für euch verständlich und leicht nachzuvollziehen. Solltet ihr noch Fragen oder Anregungen haben, schreibt diese doch bitte auch in die Kommentare.

 

Über den Autor:
Mein Name ist Patrik. Die Fotografie begleitet mich schon seit vielen Jahren durch mein Leben und wurde immer mehr zu einer Leidenschaft für mich. Sie regt einen zum Verreisen an und lässt einen wunderbar entspannend. Um meine Erfahrungen mit Euch und der Welt zu teilen, habe ich irgendwann angefangen auch einen kleinen Blog mit meinen Erfahrungen zu füllen. Des Weiteren bin ich auf vielen Foto-Communitys unterwegs. Hin und wieder, schaffe ich es sogar auch mal ein kleines YouTube Video für Euch zu erstellen - Allerdings steckt das alles noch etwas in den Kinderschuhen.